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Absurdity in the international press (and else) about a certain Klause Shultze or Shuze, or whatever. Original citations are printed in blue

A short notice in a Cologne newspaper on the 9th of November 1981: "Klaus Schulze sings meditative songs at 8 p.m...." Additionally they show a small picture of Klaus, again with these words... Photo
Da war zuerst die Anlage: Großer Moog, [...] Mellotron, jedoch keine Gitarre, kein Baß, kein Schlagzeug! [Man beachte das Ausrufezeichen. Ein Mellotron, dies nebenbei, war nicht dabei, war noch bei keinem KS-Konzert dabei]. [...] die wenigen an Klavier und Orgel erinnernden Tasten in diesem Wust von Elektronik [...] Pünktlich um 20 Uhr erschien dann der Meister selbst, bezeichnenderweise im weißen Monteuranzug. Ein Stück vor der Pause (40 Minuten), ein Stück nach der Pause (35) und eine Zugabe (20), zu mehr reichte es nicht. [...] Während sich die Werke eins und drei geradezu glichen wie ein Ei dem anderen [...] Klaus Schulze spielt zweifellos Zukunftsmusik, ob es aber tatsächlich die Musik der Zukunft ist, bleibt abzuwarten. [...] Ich lob' mir da doch den ehrlichen [ha, ha] Rock'n'Roll unserer heutigen Tage" (Herbert Steffe, "Schweinfurter Tageblatt", Germany, 2 November 1978)
Für seine erste LP wählte Klaus Schulze den Titel "Irrlichter" [!] [...] Schulze kann mit seinen Synthesizern Säle zum Brodeln bringen (erinnert sein an seine riesigen Erfolge im Pariser 'Olympia')" [in dem KS nie spielte] ("tip", Siegen/Germany, November 1979)
"[...] besonders die Franzosen, die denn auch in großer Zahl nach Saarbrücken gereist kamen und im Saal Stimmung verbreiteten, bevor der erste synthetische Ton aus dern Lautsprechern kam. Sie feierten den Elektronik-Guru auch begeistert, während bei mir eher Ratlosigkeit blieb: Wo soll ich die Musik nun hinstecken? Schulze ist kein Jazzer, kein Rocker, kein Klassiker..." [Tja, und was nun, Herr Journalist?] (Burkard von Pappenheim, "Saarbrücker Zeitung", Germany, 5 November 1979)
There was a special CD offer by the German 2001 mail order company, who just discovered the huge Techno trend. Among those CDs was a sampler called "Mega Dance Hits 2" that included recordings by "Rednex, 2 Unlimited, Cappella, Whigfield, Klaus Schulze". I wonder what Mega Dance Hit from Schulze was used here...?
One silly story from a concert, ages ago in Hamburg, comes to my mind. After the concert, the record company invited us and the press to a restaurant. The blockhead from the notorious German BILD-Zeitung asked us (yes, he really did!): "How many Volts has your equipment?"
In May 1993, a German radio man - he has written about the German rock scene for 25 years - who has got all info from me, in addition he interviewed KS in length, but then he announced KS on the radio as an artist who performed his "extravagant rock operas in all big churches all over Australia and USA..." (Seriously! I have it on tape!)
Eine Preisfrage: Wie viele Fehler sind in folgender Elf-Worte-Kritik der Hamburger Springer-Postille "Allegra"?:

"Neue CDs im Juni: 1) Wahnfried Trance Appeal (Metronome). Kraftwerk-Mann Klaus Schulze läßt es auch solo wabern und rauschen."

"...gewinnt seine Musik einen penetranten Wirklichkeitsaspekt: sie wird zum idealisierten - ja apologetischen - Abbild der andauernden Technisierung, bringt gewissermassen den "Fetisch Maschine" auf seinen zeitgemäßen musikalischen Ausdruck. [...] Schulze hat nur wenig zu tun; die linke Hand reicht aus, um die "Instrumente" im Wert von 110000 DM zu steuern. Der Apparat funktioniert nahezu von selbst [...] der menschliche Geist ist nur mehr trauriger Appendix der Maschinen. In der Tat manifestiert sich diese fatale Dialektik in den Schulzeschen Soli: Die regelnden Griffe sind von den Transistoren, dem Synthesizer - bzw. von den dreien, die Schulz auf der Bühne aufbaut - diktiert. Das Konzert von Schulz erinnert an die bemerkenswerten Worte des jungen Marx in den berühmten "ökonomisch- philosophischen Manuskripten". [...] Tendenz zur Verdinglichung in seinen musikalischen Werken ..." (etc.) (Michael Winkler, Fürther Nachrichten, 1975)
"Wo hört Pop auf und wo fängt die elektronische Musik an? Eine derartige Fragestellung ist für Bernard Schulzes Intentionen bezeichnend..." (Tobias Bauer, Stuttgarter Zeitung, 12 November 1979)
A man from a Munich newspaper spoke with KS for over an hour on the telephone. KS had a good feeling. On 29th November 1996 the "Münchner Abendzeitung" headlined:

Klaus Schulze mit neuem Techno-Album
VON GURUS MISSBRAUCHT

(...means: "Klaus Schulze: Misused by Gurus" No joking!).

From the German "Rolling Stone", December 1996:

"Bei Tangerine Dream war Klaus Schulze der Mann hinter meterhohen Keyboard-Türmen, Tastaturen und Oszillographen, versunken in ein tiefes Meer aus Klängen. 'Blubberkönig' wurde er darum genannt [...]"

("With Tangerine Dream, Klaus Schulze was the man behind the keyboard towers high by meters, keyboards, and oscillographs, drown in a deep sea of sound. Therefore, he was called 'Bubble King' [...]").

It's not so much the silly "oscillographs" (whatfor?), or the "Blubberkönig", but, as we all know, Klaus was simply playing the drumkit with TD at a time when no synthesizer ever was touched by neither KS, Edgar Froese, Conny Schnitzler, Franke, Baumann, et al.

Noch mehr Komisches, hier aus der konservativen bis reaktionären Tageszeitung Die Welt. Ausgerechnet dort fand ich am 28.12.1996 einen ganzseitigen Report über Klaus Schulze:

Was sah der Reporter? Der Reporter sah bei KS: "Umzugsmüll vor der Haustür, drei Kilometer bis zum nächsten Nachbarn". Eigenartig. KS bewohnt seit neunzehn Jahren das zur Haustür gehörende Haus, und er ist seitdem nicht umgezogen. Was der Reporter wohl beim Im-Müll-Wühlen gefunden und missinterpretiert hat? Der "nächste Nachbar" wohnt übrigens nur fünfzig Meter weiter.

Was sah er noch? "Riesige Lautsprecherboxen". KS benutzt in seinem Studio Lautsprecherboxen, wie sie in allen professionellen Studios dieser Welt üblich sind. Dann entdeckte der Welt-Mann "hinter ihm einen Mini Moog, davon gibt's nur noch drei Stück auf dieser Welt". Nun ja, ich allein kenne bereits drei Leute die zusammen fünf alte Mini-Moogs haben. Und das nur in Berlin...

Was glaubt der Reporter? Er glaubt, daß Klaus Schulze "mit Alben wie 'Timewind' millionenfach verkaufte Hits gelangen". In der Tat: "Hits"! Plural! Und "millionenfach verkauft"! Eigenartig, daß man davon nie etwas mitbekommen hat.

"Vor fast drei Jahrzehnten" hat KS "höchstpersönlich den Grundstoff, aus dem die Ambient- und Trance-Träume gestrickt sind, erschaffen". Also "fast" anno 1966? Klaus' erstes Album erschien 1972...

Circle-Mitglied Arne Wunder hat eine satirische Besprechung eines neues KS-Albums geschrieben:. Er benutzt dabei die bekannten Presse-Floskeln:

"Der in Berlin lebende ehemalige Stockhausen-Mitarbeiter Edgar Shultz läßt es auch in seinem neuesten Album wieder kräftig blubbern und wabern. Schultze, der schon mit Gidon Kremer und Arthur Connley auf der Bühne stand, begann seine musikalische Karriere bereits in den Fünfzigern, als er zusammen mit seiner Rock'n'Roll-Band "Wahnfried" in Münchner Bars spielte [zusammen mit dem weltberühmten Elektronik-Spezialisten Popo Fricke -kdm]. Heutzutage tritt Schütze bisweilen unter dem von Wagner entlehnten Pseudonym "Godfather of Techno" auf.

Die ausschließlich mit Instrumenten (!) aufgenommene Musik verleugnet ihre Vorbilder Stockhausen, Ligeti und Kagel nicht: Endlos lange Synthi-Flächen, in denen nichts passiert, lassen einen durchaus an Krautrock-Pioniere wie Tangerine Dream und Hash Temple erinnern.

Seinem im häuslichen Hamburger Studio stehenden Maschinenpark entlockt Schulte fürchterlich abstrakte, kalte Musik. Man vermißt die traditionellen Instrumente, die gute alte Handarbeit. Zum wiederholten Male wirkt hier ein großes Symphonieorchester mit, das der bei Henze und Eimert studierte Schulz auch selbst dirigiert.

Fazit: Ein weiterer Meilenstein des Deutsch-Rock-Newcomers Claus Müller."

A glossy magazine in Australia is called Ambience. In 1995 they wrote an article about Tangerine Dream. It goes like this:

"THE GOLDEN PERIOD .... Early Tangerine Dream was a fractured attempt at experimentation and psychedelia. It wasn't until Froese met Karl Schulze that TD as a concept began to gel [...] Unfortunately for Froese, Schulze left TD [...] " ... Karl Schulze ?

Some nonsense from the glossy 1996 catalogue of the French record label Spalax about Klaus Schulze:

"[...] this incredible performer that still works without any computer system, only good old machines". Note the catalogue's year and the "still." Since 1980 Klaus has been working digitally with computer systems.

About Klaus' album Picture Music I must read: "[...] he released his second album, named PICTURE MUSIC. A very spacy recording, with 1 track per side and a complete 'orchestre cosmique', composed of 49 musicians." This is news to me ...and I thought that I know everything about Klaus Schulze. Then I read on and saw similar jive about Ash Ra Tempel, the Cosmic Jokers, and others, ...I couldn't help but burst out in laughter.

"Klaus Schulze - der Liedermacher?" (Ein deutscher Journalist, Ende 1996 auf eine Anfrage der Plattenfirma nach einem Schulze-Artikel)
A very positive, even enthusiastic review about Klaus Schulze's Historic Edition ("This is the most sensational historic release of serious music...") was printed in the Russian music magazine "Stereo & Video" in December 1995. Another part goes like this:

"Klauss Schultze [...] In Ash Ra Temple and Psy Free, Schulze used the Moog synthesizer and church organ, and only later he surrounded himself with sky-scrapers of computers and keyboards, as in Hamburg's show last year, for example. [...] the majority of the recordings were made via a Sennheiser stereo microphone"

All statements above are again entirely invented by the magazine: Klaus never played any "Moog (or other) synthesizers" in Psy Free and Ash Ra Tempel, but a drum set. He never touched any "church organ" in his life, and also not during his time with the two mentioned groups. He did not "surround himself with skyscrapers of computers and keyboards" - the opposite is true: computers (and sampling, and midi) allow Klaus to omit many instruments. The most keyboards that KS had on stage was in the late seventies: six (which is normality in most rock and pop groups for many years). Klaus did not perform a "show" in Hamburg "last year" (= 1994). His last concert in Hamburg was in 1985. And, finally: The majority of Klaus' recordings were made of course with no microphone at all. The majority of his recordings (since 1973) were made by using cables between instruments, mixer, and tape recorder. Normally Klaus has not even one microphone connected in his studio, or on stage.

About the website "All-Music Guide" (www.allmusic.com):

The most funny thing is the "Klaus Schulze" photo that the website uses "by courtesy of the P.O.E.M. Musikverlag" (which is not true). The photo shows a glittering pop group, fresh from the hair stylist. Although and already many months ago I told the webmaster of "All-Music Guide" about the completely wrong photo, it's still there.
(P.S., in 2006: Now, after many years, they use a genuine KS photo.)

The glossy English music magazine The Mix published in its November 1998 issue a four page article about Klaus Schulze. On their "contents" page they announce it as:

"KLAUS SCHULTZ
Jonathan Miller talks to analogue man Klaus Schultz about his latest 25-CD release, and having more knobs than most."

In the actual (good) article nothing is printed about "his latest 25-CD release", and the announced mysterious "analogue man Klaus Schultz" does not appear either, ...but just a regular Klaus Schulze.

Another new book that mentions KS again in the usual "English journalists" manner: Cassell Companion to 20th-Century Music, by David Pickering. First published as "Brewer's Twentieth-Century Music" in 1994. Revised and updated 1997, first published in paperback 1998, London. On page 372 (about "Tangerine Dream"):

"Led by keyboard player Edgar Froese (1944- ), who started out with fellow-keyboardist Klaus Schultze and flautist Conrad Schnitzler but has since worked with differing line-ups."

How many errors are in this short sentence? (= "keyboard player", "fellow-keyboardist", "Schultze", "flautist")

There is a new German book called "Soundcheck - die 101 wichtigsten Platten der Rock- und Popgeschichte" (= "The 101 most important records in rock and pop history"). A synopsis on the back of the book tells us what is not included; the author, a journalist at a huge German tv station, scornfully writes that his book is "guaranteed free of pop-like subjects such as Abba, Beatles, Deep Purple, Emerson, Lake & Palmer, Genesis, Jethro Tull, Mike Oldfield, Santana, Klaus Schulze, U2, ZZ Top" (& more great names).

Not just Circle member Peter Stöferle (who first informed me about this book) is surprised about two puzzling things. First: A book that proudly announces to give the 101 "most important" rock and pop records, intentionally suppresses the most popular names in the history of pop and rock such as the Beatles (!) or even Abba? Secondly, how comes that the name of "Klaus Schulze" is included in this list of, ...yes: honour?

Two kind souls from Italy reported about some strange Italian Schulze press articles, one on television text because of the Schulze concert in Bologna, ...about "a drummer from Berlin who began his career a few years ago with melodic pop and techno"
"Trance ist ja in aktuellen Electronic-Kreisen so etwas wie die zentrale Chiffre für Kontexttilgung und Ich-Entgrenzung"... Weiter im gleichen Artikel heißt es dann über KS, Wort für Wort: "...hat er doch mit seiner 73-LP "Cyborg" den hektischen Technologie-Wahnsinn ästhetisch mit vorbereitet. In seinen neuen Stücken wird die gehetzte Start Up-Seele nun mit allerlei meditativen und sphärischen Klängen umschmeichelt, wobei der Grenzübergang zum Esoterischen meist gekonnt gemieden wird." Doch doch, und auch um Rückfragen zu vermeiden, das steht da wirklich und genau so: "die gehetzte Start Up-Seele".

Noch einer? Aber gerne: "Wer seine Cutting Edge-Manie mal einen halben Tag vergessen will und kann, wird hier gut umsorgt. Statt spezialistisches 'Einarbeiten' zu fordern, rufen Schulzes 'Contemporary Works' zur weitgehend uncodierten Immersion auf." Wozu? "Zur uncodierten Immersion" anstatt zur üblichen "Forderung nach spezialistischem Einarbeiten"? ... Sieh an. Wer hätte das gedacht. Tja, man weiss so wenig. Man steckt nicht drin. Dann ist da noch Wolfgang Tiepold, den der Schreiber "Tiebold" nennt. Zu den CDs, die KS mit ihm eingespielt hat, meint er: "Vor allem die [...] vier 'Ballett'-CDs überschreiten den Electronic-Music-Diskurs auf eine Art und Weise, die [und jetzt kommt's:] Befreiung von der zur Teilhabe berechtigten Wissensarbeit verheißt. [...]" Es gibt eben Dinge zwischen Himmel und Erde... die nennt man am Besten [...nein, nicht "Diskurs" sondern] schlicht beim Namen: Gequirlte Scheiße.
Ich fand das Zitierte im November 2000 in "Schalldruck".

Vielleicht ist es ganz interessant für euch, mal zu hören, welche Argumente gegen einen Schulze-Artikel in einer deutschen Zeitung oder Zeitschrift sprechen. Hier sind einige der Aussagen von Journalisten, die zu Are You Sequenced? nichts bringen wollten und sehr offen mit unserer Promotion-Dame plauderten:

"Größere Story erstmal nur in Verbindung mit Titel (gegen Cash bzw. Anzeigen)."

"Tritt der Mann denn überhaupt noch auf?"

Zum letzten Album: "Das ist genau seine Masche. Zu konventionell." [...und das von einem "Dr." von der nun wirklich "konventionellen", um nicht zu sagen reaktionären FAZ. -kdm]

"KS ist zu alt."

"Altbacken. KS hat sich kein Stück verändert."

"Mit Esoterik-Sachen will er gar nichts zu tun haben. KS hat doch in den letzten zwanzig Jahren nichts mehr gemacht, was relevant gewesen wäre. Steht mehr auf Rock. Mit Elektronik kann er gar nichts anfangen."

"Was interessiert junge Mädchen an diesem alten Mann?"

Er möchte lieber Musiker wie Miles Davis oder Phil Collins.

"Wir sind ein Teeniemagazin und KS ist kein Teenie-Thema." [Akzeptiert. -kdm]

"Zu speziell."

Nein. Elektronik ist gar nicht sein Fall.

"Können wir überhaupt nicht unterbringen." [Seltsam, denn das gleiche Magazin hatte zwei Monate vorher eine Cover-Story mit KS gemacht! -kdm]

Gegen Schulzes Elektronik ist N.N. allergisch.

"KS ist ein äußerst interessanter Mensch, aber zu unbekannt."

Haben keinen, der sich für Elektronik interessiert.

Wird zugeschüttet mit Infos.

"Midnight Oil und Phil Collins waren da wichtiger, während KS doch sehr speziell ist."

"Ich weiß um die Bedeutung von KS, aber..." (...aber was Kleineres zur Platte will er sich überlegen, weil Trend-Thema.

"Klaus Schulze - der Liedermacher?"

Was war denn das für ein ahnungsloses Mädel, das, sich als seriöse Journalistin tarnend, in einem Artikel der "Cellesche Zeitung" (4 April 2001) unter der Überschrift Vater des Techno mehrmals betont, der "Ovelgönner Künstler" Klaus Schulze würde in "Ovelgönne" wohnen, (...was nicht richtiger wird, wenn's wiederholt wird), und...:

KS hätte schon vor 1975, also "vorher als Mitglied der Bands Tangerine Dream und Ash ra Tempel internationale Karriere" gemacht. (das "ra" ist kein Tippfehler von mir). Quatsch.

Und das über Electronic Meditation schreibt, "die erste Platte der Gruppe Tangerine Dream hielt sich wochenlang in den britischen Charts." Quatsch.

Das schreibt, KS hätte "1974 den internationalen Plattenpreis für zeitgenössische Musik noch vor Jimi Hendrix" erhalten. Es war 1976, und Hendrix hatte den Preis natürlich bereits ein paar Jahre zuvor erhalten (aber nicht 6 Jahre nach seinem Tod).

Schreibt, dass "die Komposition Body Love in den Import Charts in Amerika auf Platz zwei landete." Es gibt keine Schulze-Komposition mit diesem Titel, es war eine Chartliste für Import-LPs.

Nun wirklich bar jeder Ahnung schreibt, "Mit zehn seiner Platten war KS in den deutschen Charts." ...wo das sicher nette Mädel doch vorher gerade erwähnte, dass Klaus "in Deutschland ganz sicher weniger bekannt als beispielsweise in Frankreich oder England" ist.

Aber sonst ist natürlich alles fein, schön & richtig. Sogar die Ideal-Hürde wurde diesmal recht anständig genommen. Danke, Frau Kristina Weidelhofer.
Werte Damen & Herren! Danke für die freundliche Zusendung des wunderschönen Artikels "Instrumente zum druffkloppen" in der WELT vom 29. Januar 2001.

Der Artikel enthält erfreulicherweise weniger Fehler als wir es seit Jahren gewohnt sind - jedenfalls von deutschen Blättern. Die wenigen & kleinen Patzer will ich zu Ihrer Erbauung gerne auflisten:

Frank Zappas Konzert mit der kurzzeitigen Besetzung der Bühne (mit nicht erfülltem Diskussionsverlangen seites des Publikums) war nicht in der "Deutschlandhalle" sondern im Berliner "Sportpalast" (ich war dabei und weiß noch, dass das Ganze in der Tat mehr amüsant als gefährlich war). Allerdings: dass "Tangerine Dream" dort im Vorprogramm spielte, ist mir neu; ein TD-Fachmann bestätigte mir ebenfalls: nee, nee, nix TD. Das war ein andermal, bei einem Hendrix-Konzert, da spielten sie mal vor ihm.

Klaus Schulze "floh" nicht aus Berlin, sondern zog ganz normal um, und zwar aus privaten Gründen: 250 km weiter westlich, am 31.08.1975, und nicht "1977" (ich weiß auch das, denn ich war auch hier dabei). Die "Helme, die er [KS] auf der Bühne gerne trug" waren oder sind nicht "Kostüm" sondern vom WELT-Schreiber frei erfunden. Ein einziges (!) Mal hat Klaus bei einem Konzert einen hinderlichen (von wegen "gerne"!), unförmigen Stahlarbeiter-Schutzhelm getragen; das hatte mit dem Anlass zu tun, seiner "Linzer Stahlsinfonie", 1980, bei der die mitwirkenden Stahlarbeiter die gleichen Helme trugen. Ich kann versichern: Bei Klaus Schulzes 340 anderen Konzerten von 1969 bis heute hatte er nie einen Helm, Hut, Kappe, Käppi, Südwester, eine Mütze, Haube oder sonstige Kopfbedeckung auf. Absurd.

Das war's auch schon.

Ich grüsse Sie freundlich - kdm
Im Sommer 1999 in einem deutschen Rock-Magazin: ein 20 (zwanzig)-seitiger Artikel über Klaus Schulze. Hier ein Ausschnitt mit nur 19 der 65 (!) von mir monierten Punkte, die ich damals der Redaktion schickte. Wie sagte mir mal ein namhafter - inzwischen verstorbener - Musikjournalist, nachdem ich ihn auf einige krasse Fehler in seinem Radio-Feature über KS hinwies: "Ach, es ist doch bloß Popmusik". Nun ja, dann ...

"... Bei Froese lernte [KS] eine Menge Dinge über elektronische Klangerzeugung hinzu." = Edgar war damals auf dem Gitarren-Rock-Trip (Jimi Hendrix). "Electronic" war noch in weiter Ferne, eher als Wunsch denn Realität. Auch aus Geldmangel. "Electronic" war mehr ein Modebegriff damals, ohne dass man... Folgende Geschichte ist legendär: Bei einem TD-Auftritt wollte KS präparierte Orgel-Tonbänder einsetzen (das Äusserste was damals an "electronics" erschwinglich & möglich war). Froese mochte sowas überhaupt nicht und hat es Klaus richtiggehend verboten und KS verließ deshalb das Trio. Bei Froese "electronics" lernen? Absurd.

"...als ihm der Drummerjob bei Ash Ra Tempel angetragen wurde. Bandleader Manuel Göttsching ließ..." = Stimmt so nicht. Die Jungs nannten sich "Steeple Chase Blues Band", spielten genau das was der Name sagt, und es war (der 5 Jahre ältere) KS der sie traf und 'an die Hand nahm', den Namen "Ash Ra Tempel" erfand und den Stil änderte. Manuel war nicht der Leader sondern der Schweigsame im Hintergrund. Solange Hartmut Enke dabei war, war er der 'Motor'. All das ist seitdem zigmal von KS und Manuel erzählt worden. Noch jahrelang gingen dem sympathischen Manuel "Leader"-Qualitäten völlig ab.

"Dazu spielte er etliche Konzerte mit dem Gitarrenpionier und -experimentierer Günter Schickert..." = "Pioniere" auf der Gitarre gab es ja: Charlie Christian, Eddie Lang, Les Paul, Django Reinhardt, Jimi Hendrix..., aber doch nicht der liebenswürdige Günter?! Außerdem gab es nicht "etliche" Konzerte von KS mit ihm, sondern nur ein Konzert, bei dem Günter bei einem Titel mitspielen durfte.

"... Harald Großkopf ... dessen Zugehörigkeit zur Berliner Electro-Szene Klaus Schulze kannte und schätzte." = 1976 gehörte Harald keineswegs zur "Berliner Electro-Szene" (die 1976 nur aus TD & Schnitzler bestand) sondern er lebte im Ruhrgebiet, hatte gerade Wallenstein verlassen, wohnte dann für etwa ein halbes Jahr bei uns in Hambühren, wollte von KS was über "electronic" lernen und war ein angenehmer, gemütlicher & lustiger Partner. Erst sehr viel später hat er ebenfalls (wie so viele andere) "electronic music" gemacht.

"...die Solo-LP von Harald Großkopf, die er wenig später für Sky Records einspielte..." =Nun ja, es waren 4 (vier) Jahre später. Solch Zeitraum ist im Rock/Pop/Musik-Business eine Ewigkeit.

"...Body Love 1 & 2, seinerzeit skandalumwittert... zu zwei gleichnamigen Softpornos des dänischen Regisseurs... Der interessierte Käufer bekam diese Teile in etlichen Plattenläden nur unter dem Tresen durchgereicht, jawohl! Todsicher haben die Verkäuferinnen keinen einzigen Ton dieser Fusionscheiben gehört ...ohne den Ruch des Bösen sicherlich in den Hitparaden... Skandal... " = was mehrmals Quatsch ist. 1) Der einzige, der den Soundtrack zum Pornofilm verteidigte (meist ungefragt und unangegriffen), war KS selbst. Ein Porno verursachte doch in den Siebzigern keinen "Skandal" mehr. 2) Es gab nur einen einzigen Film "Body Love". 3) Es war Hardcore und nicht "Soft". 4) Der Regisseur war und ist Italiener. 5) Der interessierte Käufer konnte die LPs wie jede andere LP kaufen, was er auch en masse tat. "Body Love" war sogar eine Zeit lang die Nummer 2 in den offiziellen Import-Charts der prüden USA. Ich wiederhole: "Body Love" erschien nicht in den fünfziger Jahren sondern 1977. Verkäuferinnen von LPs hatten und haben zudem anderes zu tun, als sich sämtliche vorhandenen Platten anzuhören. 6) "Fusionscheiben" = gibt's die im 'Bauhaus' oder bei 'Obi'? 7) Man kommt doch sogar eher in die Hitparaden wenn man "den Ruch des Bösen" ausstrahlt, siehe "Kiss", siehe M. Jacksons "Thriller", siehe Arthur Brown, Screaming Lord Sutch, Screaming Jay Hawkins, die ganze Punk-Bewegung, nicht zu vergessen die frühen Stones ...die der Show & der Verkäufe wegen die "Bösewichte" spielten. 7) Nicht mal die deutsche Schmuddel-Presse hat "Body Love" zu einem "Skandal" gemacht. Sogar der "Playboy" hat Schulzes Soundtrack-Platte richtig nett empfohlen... Und nochwas: Das Album "Body Love 2" war überhaupt kein Soundtrack.

"...da nun auch schon zu damaligen Zeiten der Verkauf das A und O für jede Plattenfirma war..." = Ach was?! Sag an! Wer hätte das gedacht? Endlich spricht's mal einer mutig aus.

"...durch die natürlich immer noch vorhandenen Connections nach Berlin war Klaus [von Herrn Schulze ist immer noch die Rede], auch im Zeichen der Neuen Deutschen Welle, auf ein Quartett gestoßen... Ideal." = Abgesehen davon, dass es zu der Zeit noch keine N.D.W. gab, war es Klaus D. Mueller (kdm), der Ideal 1979 in Berlin entdeckte (da hießen sie noch "X-Pectors"), das Potential erkannte, sie einlud, unter Vertrag nahm und auch produzierte. KS (wie auch sein damaliger Partner Haentjes, der anfänglich noch bei IC den Laden leitete) glaubten so wenig an Ideal, dass zum ersten & einzigen Mal kdm privat die Hälfte des Vorschusses an einen IC-Act bezahlen musste.

"...in kürzester Zeit eingespielt ... die Singleauskopplung Blaue Augen toppte die Charts, das Album sauste ebenfalls auf den Spitzenplatz bei den Longplayern..." = Das Album wurde keineswegs "in kürzester Zeit eingespielt" sondern es dauerte die übliche Zeit, also etwa einen Monat. Eine "Singleauskopplung Blaue Augen" toppte keineswegs die Charts, denn es gab überhaupt keine Single-Auskopplung (!) Das Album verkaufte zwar wie wild, aber erreichte nie "den Spitzenplatz bei den Longplayern" [in den zuvor erwähnten Charts]; ich erinnere, der höchste Stand war Platz 10. Erst nachdem das Album längst Gold und dann Platin bekommen hatte, veröffentlichten wir auch eine Maxi-Single und dann eine Single: am 1.4.1982, also sechs Wochen nachdem wir vom Album bereits 500.000 Exemplare verkauft hatten.

"rauschten die Hundertmarkscheine nur noch gebündelt in die Firma hinein und auch gleich wieder hinaus..." = Auch wir Verrückte von IC nutzten durchaus damals schon den bargeldlosen Zahlungsverkehr, oh doch, ja.

"...dann aber trat, Wunder über Wunder, die WEA an IC heran und kaufte Ideal..." = Die simple Wahrheit ist in diesem Falle noch viel ulkiger (hab’ ich das nicht schon im THE KS CIRCLE und in der KS-Website beschrieben?). Auch trat WEA nicht an IC heran, sondern KS bot sie allen Plattenfirmen ("wie beim Fußballspieler-Transfer" sagte er) zum Höchstpreis an, denn es gab Schwierigkeiten mit den (plötzlichen) Stars.

"Arthur Brown... denn der Bursche war ja eigentlich dauernd abgedreht." = Kann ich nicht bestätigen. Arthur war (und ist) ein ruhiger, intelligenter Profi, sowohl im Studio als auch während der Tournee. Er weiß was er tut.

"Für Sammler insofern interessant, als daß das Cover [von "Elektronik Impressionen" auf Amiga] ..." = Weitaus interessanter als die Verpackung ist der Inhalt: Einer der Titel ist auf der Amiga-LP in voller Länge (8:20) drauf, während die "originale" Brain-LP den Titel um über eine Minute gekürzt hatte. Man frage nicht wieso, ich weiß es nicht.

"Audentity, die Klaus in den Jahren 1982 und 1983 bei [...] Konzerten mitgeschnitten hatte." = Das ist mir neu. Und es geht auch nicht, denn die Konzert-Tournee anno 1983 startete genau am Tag der AUDENTITY-Veröffentlichung (!) Das Album wurde, wie auch in der offiziellen Discography THE WORKS vermerkt, im Herbst/Winter 1982 in Klaus' Studio in Hambühren aufgenommen.

"...und Aktionskünstlers Ernst Fuchs. ...stand [die LP Aphrica] in den Läden wie Blei." = 1) Fuchs war und ist kein "Aktionskünstler", sondern im Gegenteil: er ist der traditionellen Malweise verhaftet, 2) Erstens haben nur wenige Händler die LP überhaupt in ihren Laden gestellt, und zweitens wurde das Album bereits kurz nach Veröffentlichung wieder vom Markt genommen, hatte also gar keine Chance zur Bleiveredlung.

"...The Dresden Performance ... die erste Produktion für das Virgin-Label..." = Nun ja, nicht ganz: Vorherige Produktionen für Virgin waren: BABEL (1987), TIMEWIND (1975), BLACKDANCE (1974).

"...die Folge war, dass 1994 die CD Moulin De Daudet [die "Le Moulin de Daudet" heißt], ein Album mit erstaunlich kurzen, eingängigen Titeln, nur in Frankreich veröffentlicht wurde. ... So endete die Zusammenarbeit [mit Virgin] nach diesem weiteren Fehlschlag." = "Le Moulin..." war keine "Folge" von vermuteten Flops, sondern es war wieder mal ganz anders: Der Vertrag mit Virgin (London) war definitiv zu Ende, also schlicht ausgelaufen. Dann kam das Angebot eines Filmproduzenten, einen Soundtrack zu machen. Als der fertig war, meldete sich die französische Virgin - immerhin ist's ein belgisch-französischer Film mit einem sehr französischen Thema - und wir machten einen Vertrag über diese Soundtrack-Veröffentlichung. Ausserdem machten wir gleich noch einen schönen Doppel-CD-Sampler für die gleiche französische Virgin, ...und wurden nach Paris eingeflogen für zig Interviews (und Einladungen zu Mitterand und dem belgischen König. Immerhin!). Dass dieser Sampler auch noch das erste und einzige Album der französischen Virgin war, das sie in alle Welt verdealen konnten (!), machte nicht nur das Pariser Virgin-Büro bienheureux (überglücklich) sondern wiederlegt aufs schönste die oben zitierte Unterstellung des Artikels.

"...Dosburg Online [...] im Studio..." = Das Album besteht aus den Mitschnitten der Konzerte (!) in Duisburg und Berlin-Babelsberg.

"...Dosburg Online [...] strahlt Zuversicht und Glaube an den Fortschritt aus..." = Der gesungene Text meint das Gegenteil und sagt das auch recht drastisch.
"Synthi-Schlunze Klaus Schulze ... popelt selbstvergessen an Sinus-Generatoren und anderen Hebeln rum... ein Greuel." ("taz" Hamburg, 26.04.1999). "Schlunze" = norddeutsch für "Schlampe", ist eine dreiste Beleidigung; Klaus sollte einen Anwalt einschalten. Dann: "an Sinus-Generatoren"? ...wozu? Ausserdem ist ein solch Generator kein "Hebel". Was wieder mal zeigt: keine Ahnung haben, aber anonym das Maul aufreißen. Kein Greuel, aber die typische "taz"-Kinderei.

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